Private Ansichten Band 5

Private Ansichten Band 5

Da steht er nun, unser Gradierpavillon!! Er ist zum erhofften Anziehungspunkt in der Altstadt geworden. Der Gradierpavillon gehört den Bürgern von Salzgitter-Bad. Haben sie doch innerhalb von zwei Jahren mit teils unbeschreiblichem Einfallsreichtum über 100.000 Euro Spenden zusammen-getragen. Ich habe nie von einer vergleichbaren Bürgeraktion gehört. In diesem Zusammenhang erlaube ich mir die Äußerungen des Fraktionsvorsitzenden einer kleinen, regionalen Partei zu zitieren, die bezüglich des Pavillons in der Salzgitter-Zeitung vom 04.02.2009 abgedruckt wurde: „Ob das Ding überhaupt notwendig ist, darüber lässt sich streiten. Aus Bad wird nie ein Kurort. Über die Finanzierung der Betriebskosten hätte man sich eher Gedanken machen müssen“. Nur fürs Protokoll – Wie jeder sehen kann, haben wir uns sehr wohl Gedanken gemacht!

Der Leitgedanke für die vorliegenden fünf Druckwerke ist, möglichst viel Bildmaterial aus der reichen Geschichte von Salzgitter-Bad zu zeigen. Ein Anspruch auf Vollständigkeit wird hier nicht erhoben – zu vielseitig sind die Gesichter der alten Salzstadt. Dem Betrachter sollen möglichst viele optische Eindrücke aus der Vergangenheit von Salzgitter-Bad vermittelt werden, so dass jeder Einheimische vielleicht seine eigenen Erlebnisse oder Erinnerungen mit den Bildern oder Texten in Verbindung bringt. Mir persönlich geht es jedenfalls so. Geboren wurde ich im Lager 12 (damals Städtisches Krankenhaus). Aufgewachsen bin ich in der Siegfriedstraße bzw. am Ziesberg. Ich verbrachte eine schöne Kindheit in den herrlichen Grünanlagen und Kleingärten zwischen den Häusern oder in den Wäldern des nahen Fuchsberges. Mein Vater hingegen kam als einer der vielen tausend angeworbenen Arbeiter im Jahr 1938 nach Salzgitter, und meine Mutter verschlug es als Krankenschwester im Jahr 1955 aus Bad Grund hierher. Meine Eltern lernten sich bei einer Feierlichkeit im Ratskeller kennen. Beide hatten ihre neue Heimat sehr schnell ins Herz geschlossen.

Die vorliegenden Bildbände haben nicht nur die Aufgabe besagte Erinnerungen an Vergangenes hervorzurufen oder wach zu halten, sondern sie sollen auch den jüngeren Bürgern die Vergangenheit unserer schönen Stadt näher bringen. Ich würde mich freuen, wenn die fünf erschienenen Publikationen die Bindung zu unserer Heimatstadt stärken und die Erinnerung wach halten. Wenn dies so eintrifft hat sich meine Arbeit gelohnt. Für mein Empfinden zeigt diese Ausgabe noch einmal wirklich sehr beeindruckende Bilder aus der Vergangenheit von Salzgitter-Bad. Da aber meines Erachtens die Ansprüche an das gezeigte Bildmaterial gestiegen sind und ich so diesen Erwartungen in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr gerecht werden kann, wird Band V vorerst die letzte Ausgabe dieser Bildbandserie sein. Ich habe über die Arbeit an den Büchern in den letzten 3 Jahren sehr viele nette Leute aus Salzgitter-Bad kennen gelernt, die mir ihre Bilder oder ihre Geschichten überlassen haben. Ich kann nur sagen, dass dies für mich eine unbeschreiblich positive Erfahrung war. Auch wurde mir so teilweise die nahe Historie von Salzgitter-Bad aus erster Hand näher gebracht. Nochmals vielen Dank dafür!

Die im hinteren Teil des Bandes zu findende Chronik über Salzgitter-Bad habe ich nochmals um einige Daten erweitert. Auch möchte ich Sie auf die Internetseite www.bad-salzgitter.de hinweisen. Sie finden hier eine Vielzahl von verschiedenen Fotos, Karten, Filmen und Texten rund um unseren Heimatort. Der aus dem Verkauf dieses Buches erwirtschaftete Reinerlös soll, anders als ursprünglich geplant, den dauerhaften Betrieb des Pavillons gewährleisten. Trotz der Installation einer Video Überwachung ist ständig mit Vandalismus-Schäden am Pavillon zu rechnen. So musste das gesamte Rohrsystem zu Beginn der Saison 2010 aufwendig gereinigt werden, da Unbekannte händevoll Sand und Erdreich in die Abtropfwanne geworfen hatten. Es ist es daher unerlässlich, über den Bürgerverein eine gewisse finanzielle Rücklage für solche unerwarteten Zwischen-fälle zu schaffen. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals für die begleitende Unterstützung von Herrn Oberbürgermeister Frank Klingebiel sowie der Sparkasse Goslar/Harz, der Salzgitter AG und der Bürgerstiftung Salzgitter bedanken.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Salzgitter-Bad das Beste für die Zukunft und verbleibe ihr Rolf Czauderna.

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