Die Südstadt entsteht

Die Südstadt entsteht

Die rasante industrielle Entwicklung in unserer Region löste zwischen 1938-1945 einen wahren Bauboom aus. Die Reichswerke Salzgitter AG begann 1938 in dem kleinen Ort Bad Salzgitter (3.033 Einwohner) mit dem Bau von 5.000 Wohnungen für Hüttenarbeiter und Bergleute.

Die in Salzgitter-Bad ansässige Wohnungsbaugesellschaft begann ihre Bautätigkeit zwar bei weitem früher aber auch viel bescheidener. Am 20.August 1926 wurden vier Vierfamilienhäuser an der Wiesenstraße (Nr. 2-8) errichtet. 1938 entstanden in der Bismarck- und Wiesenstraße mehrere kleine Häuser, die aber bereits 1964 wieder abgerissen wurden. Bis 1945 folgte in der alten Siedlung und den Bereichen Wiesenstraße, Bergstraße, Schlingelahweg (heute Friedrich-Ebert-Straße) und Rabenwinkel der Bau von insgesamt 218 Reichsbahn- und Volkswohnungen.

Im Jahr der Währungsreform, 1948, konzentrierte man sich dann auf die im Krieg versäumten Instandhaltungsarbeiten. Auf ehemaligem Kleingartenland waren die ersten Häuser in der Augusta-Friedrichs-Straße, An der Beeke und Rabenwinkel 1951 bezugsfertig. 1954 entstanden die ersten 4-geschossigen Häuser in der Südstadt wie z.B. am Eichendorffplatz. Auch zeichnete sich dieses Jahr durch eine sehr lebhafte Bautätigkeit aus. Die Stadt Salzgitter finanzierte zu dieser Zeit den allgemeinen Wohnungsbau durch zinsverbilligte Restfinanzierungsmittel.

Bis Mitte der 60er Jahre bemühte man sich, die Beseitigung der Wohnungsnot und die Durchführung der Barackenräumungsprogramme mittels des sozialen Wohnungsbaus voranzutreiben. Anfang der 70er Jahre war Salzgitter unter den deutschen Großstädten die Stadt mit dem größten Anteil an Mietwohnungen. Im Süden von Salzgitter-Bad wurde vor allem in der späten Nachkriegszeit Wohnraum für verschiedene Bevölkerungskreise erbaut. Über 80% der Wohnungen wurden hier als Mietwohnungen geschaffen.

Aufgrund der ständig wachsenden Nachfrage nach Wohnraum in der Zeit von 1955-1965 gingen die zu bebauenden Grundstücke langsam zu Neige. Selbst der ehemalige Union-Sportplatz wurde städtebaulich verplant. Hier entstanden die Häuser Friedrich-Ebert-Straße 36a, 38a und 40a. Mit dem Bau der ersten 106 Mietwohnungen wurde 1963 „Am Felsenkeller“ begonnen. 1975 wurden die ersten Wohnungen am „Hinteren Osterfeld“ – heute Hinter dem Salze 52, 54 – bezugsfertig. Am 01. Juli 1976 beendete man den Bau Franz-Zobel-Straße 1-9 (Wohnburg).

Die Südstadt hat sich unter anderem wegen seiner Innenstadtnähe und der unmittelbar benachbarten, weitläufigen Natur zu einem beliebten Wohngebiet entwickelt. Es gibt hier wohl kein Haus, wo man nicht aus dem Fenster jns Grüne schaut. Auch könnte man manchmal denken, die hier lebenden Menschen haben mit ihren liebevoll hergerichteten Gärten, den kleinen Kneipen und Geschäften, den zum Teil engen Straßen und dem lieb gewonnenen Flair der in großzügigen Grünanlagen eingebetteten Miethäuser der 50er, 60er und 70er Jahre einen eigenen, gemütlichen Stadtteil für sich erschaffen.

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