Das Bali-Kino

Das Bali-Kino

Jedem Salzgitteraner dürfte dieses Gebäude noch als Kino bekannt sein.

Vom Bau 1950 über die Eröffnung bis zur Verrohung der Warne 1955. Der Umbau zur Tanzbar 1962 die durch einen Brand 1964 total zerstört wurde. Die Zeit als modernes Raucherkino bis zur Schließung 1985 und das endgültige Aus 2005 durch Abriss. Salzgitter-Bad hat ein historisches Gebäude verloren.

Salzgitter-Kurier 03.07.1950
Bahnhofs-Lichtspiele BALI wurden eröffnet
Vorraum war Blumengarten – Schornsteinfeger soll Glück bringen

Salzgitter hatte einen Festabend. Im geräumigen Vorhof der neuerbauten Bahnhofs-Lichtspiel versammelten sich die ersten Besucher, unter ihnen als Ehrengäste die Vertreter der Behörden und die Mitarbeiter der an dem Bau beteiligten Firmen, zur feierlichen Eröffnung des neuen Lichtspielhauses. Der Vorraum, mit Künstlerfotographien und Gemälden ausgestattet, glich einem Blumengarten – so zahlreich waren die Blumenspenden der ausführenden Firmen und Gäste für die Bauherrin Frau Hildegard Schremmer, deren Tatkraft es gelungen ist, unserem Stadtteil ein wahres Schmuckstück von Lichtspielhaus zu schenken. Der Kinoraum, mit seinen neuen, zum Teil gepolsterten Sitzreihen in ansteigender Ebene bis zur Rangloge, bietet einen behaglichen Aufenthalt. Die Deckenbeleuchtung erstrahlt indirekt und schafft mit dem Blattgrün des Bühnenvorhanges und dem gehämmerten Mattweiß der Wände eine intime Atmosphäre. Schon die ersten Klänge eines kleinen Streichorchesters, das zur Eröffnung die Ouvertüre aus der Oper “Die schöne Galathee” von Franz v. Suppe´ spielte, ließen die gutgelungene akustische Gestaltung des Raumes erkennen. Architekt Münch, als Erbauer des Hauses, sprach den Künstlern und Firmen, die in einer ungewöhnlich kurzen Zeit an der Errichtung des Hauses mitgewirkt hatten, seinen Dank aus und überreichte mit besten Erfolgswünschen Hildegard Schremmer den Schlüssel des Hauses. Auch ein Schornsteinfeger als Glücksbringer drückte der Bauherrin die Hand. Frau Schremmer begrüßte die Gäste, dankte allen Mitarbeitern für ihre eifrige Arbeit und wünschte allen Besuchern für die Zukunft einen angenehmen Aufenthalt in ihrem Haus. Stadtschulrat Zobel würdigte mit herzlichen Worten die Tatkraft der Bauherrin und wünschte dem Hause, dass es möglichst vielen Menschen Erholung, Entspannung und künstlerische Erhebung schenken möge. Auch die Schulen sollten hier Filme sehen, die der Jugenderziehung dienten. Nach dem Kaiserwalzer von Johann Strauß wurde der große Farbfilm “Die Fledermaus” nach der gleichnamigen Operette von Johann Strauß vorgeführt. Auch hier machte sich die gute Akustik des Raumes wohltuend bemerkbar. Mit dem “Florentiner-Marsch” von Fucik klang die Eröffnungsfeier aus. In den “Bali” hat Salzgitter nicht nur ein neues Kino, sondern auch einen mit modernsten Mitteln ausgestatteten Festraum, der einen spürbaren Mangel auf diesem Gebiet ausgleicht, und in dem man sich wirklich wohlfühlen kann.

Der Aufbau

Salzgitter-Kurier 24.05.1950
Salzgitter erhält modernes Kino

Mit dem vor kurzem begonnenen Bau eines neuen Lichtspielhauses wird Salzgitter ein von Grund auf nach neuzeitlichen kinotechnischen Gesichtspunkten erstelltes Filmtheater erhalten. Mit Einsatz zahlreicher Arbeitskräfte ist der Bau bereits so weit fortgeschritten, daß noch vor Pfingsten das Richtfest begangen werden kann. Die in Eisen ausgeführte Dachkonstruktion entspricht den Anforderungen, die besonders diesem Bauvorhaben gestellt werden müssen. Sowohl die technischen Anlagen – die Apparaturen, die Beleuchtungseinrichtung, die Temperierung – wie auch die architektonische und farbliche Wirkung des rund 400 Besucher fassenden Innenraumes, das bequeme Gestühl, der Einbau der Logen, die gute Sicht gewährleistende Bodenneigung sollen auch verwöhnte Ansprüche befriedigen. Die Fertigstellung des neuen Kinos an der Vorsalzer Straße soll bis zum 1. Juli erfolgen.

Salzgitter-Kurier 01.07.1950
Vom Kuhstall bis zum Lichtspielhaus Salzgitter

In acht Wochen emsiger Bauarbeit ist gegenüber dem Bahnhof ein neues Lichtspielhaus entstanden, das in seiner geschmackvollen Ausführung den Anforderungen eines modernen Lichtspielhauses entspricht. Dadurch hat sich ein langgehegter Wunsch der Bevölkerung auch nach einem repräsentativen Festraum erfüllt, und es wird wieder möglich sein, den Kinoraum der “Schaubühne” in der Eickelschule seiner Bestimmung als Turnhalle zuzuführen.

Ursprünglich ein Kuhstall auf dem Grundstück des Apothekers Sievers, dann “Autoreparaturwerkstatt” der Firma Jansen und Land dienten die halbverfaulten Räume einer Verteilerstelle für Obst und Gemüse der Firma Großhennin (Braunschweig). Der Architekt Münch von der Bau-AG Negrelli, die dem Gesamtbau ein großstädtisches Gepräge gab, hat unter praktischer Ausnutzung schon vorhandener Räume und Berücksichtigung der Umgebung am Eingang der Vorsalzer Straße ein Lichtspielhaus gebaut, das schon rein äußerlich anziehend wirkt.

Ein breiter Eingang von der Vorsalzer Straße, für den später noch ein großes Portal mit Lichtreklame vorgesehen ist, führt auf einen geräumigen Vorplatz, der noch mit Sitzgelegenheiten und Tischen für die Kinobesucher ausgestattet wird. Breite Glastüren, flankiert von Bronzeampeln der Firma Meyer, Gronau Hannover, geben den Blick zum Kinoraum frei, der ebenfalls stilvoll beleuchtet und in freundlich blauem Ton gehalten ist. Die Malerarbeiten führte Malermeister Ehlers, Salzgitter aus.

Der Kinoraum mit bequemen, zum Teil gepolsterten Sitzen für 400 – 500 Zuschauer wurde unter Berücksichtigung der akustischen Gesetze gebaut und ebenfalls mit moderner Beleuchtungsanlage versehen. Auch die Tischlerarbeiten, getäfelte Türen und Schaukästen im gleichen Farbton wurden von der Bau-AG Negrelli ausgeführt. Vorhang und Dekorationsstoffe geben dem Raum ein intimes Aussehen, und wurden von der Firma Fischer & Co., Salzgitter geliefert. Mehrere Firmen aus Salzgitter fanden durch Arbeitsaufträge Berücksichtigung. Die Firma Brussa, Salzgitter, führte die Steinmetz arbeiten aus, die Firma Raumann, Salzgitter, die Glasarbeiten. Installationsund Klempner arbeiten wurden durch die Firma Bollweg, am Gittertor, besorgt.

Der Fußbodenbelag im Innenraum wurde durch die Firma Niemeyer, Salzdetfurth, ausgeführt, während die Tonanlagen von der Spezialfirma Körber, Hannover, angebracht wurden. Die Dachdeckerarbeiten führte die Firma Behrens, Ringelheim, aus. In der rechten Fassade des Vorhofes werden Schaukästen und Vitrinen angebracht, die den einzelnen Firmen als Auslagefenster dienen sollen. Im Rahmen einer Festveranstaltung, über die wir in unserer Montag-Ausgabe berichten, wurden die Bahnhofs-Lichtspiele “Bali” am Freitagabend der Öffentlichkeit übergeben.

Die Eröffnung

Salzgitter-Kurier 29.06.1950
Eröffnung der “Bali” – Lichtspiele

Salzgitter. Am Freitag, dem 30. Juni, werden die Bahnhofs-Lichtspiele, die den Namen “Bali” tragen, der Öffentlichkeit übergeben. Die Programmfolge der feierlichen Eröffnung sieht die Schlüssel-Übergabe des neuen Hauses durch den Architekten Münch, Ansprachen durch den Vertreter des Filmverbandes und den Stadtschulrat, sowie musikalische Ausgestaltung durch ein Streichorchester vor. Als Eröffnungs-Film wird der Fest-Film “Die Fledermaus”, ein großer Farbfilm nach der Operette von Johann Strauß gezeigt. Mit der Eröffnung der Bahnhofs-Lichtspiele – “Bali” erhält Salzgitter eines der schönsten Lichtspielhäuser der Umgebung, das auch für andere Festveranstaltungen eine wertvolle Ergänzung für die wenigen Festräume Salzgitters darstellt.

Braunschweiger-Zeitung 30.06.1950
Bahnhofs-Lichtspiele werden heute eröffnet

Der erst vor kurzer Zeit in Angriff genommene Bau des neuen Lichtspieltheaters in der Vorsalzerstraße von Salzgitter ist inzwischen fertig gestellt worden. Heute Abend wird das Theater, das den Namen “Bali” als Abkürzung für Bahnhofslichtspiele, tragen wird, in einem Festakt aus der Taufe gehoben. Die Veranstaltung, die von musikalischen Darbietungen eines Ensembles unter der Leitung von Konzertmeister Otto Höre umrahmt wird, sieht neben der Begrüßung durch die Besitzerin, Frau Hildegard Schremmer, Ansprachen eines Vertreters des Filmverbandes und des Stadtschulrats vor. Im Mittelpunkt der Eröffnungsfeierlichkeiten steht als Festfilm “Die Fledermaus”, der große Farbfilm nach der gleichnamigen Operette von Johann Strauß, mit einer ausgezeichneten Starbesetzung, an deren Spitze Johannes Heesters und Marte Harell stehen. Sein Spielbetrieb nimmt das neue Lichtspieltheater am Sonnabend, dem 1. Juli, mit demselben Filmprogramm auf. Die erste öffentliche Vorstellung wird am Sonnabendnachmittag zu einem Einheitspreis von einer DM veranstaltet. Das neue Kino wurde in einer Rekordzeit von rund sieben Wochen erbaut, während zwei weitere Wochen für den Abbruch der ehemaligen Lagerhalle nötig waren. Es faßt annähernd 400 Sitzplätze, von denen ein großer Teil gepolstert ist. Garderobenablage, Süßigkeitenkiosk, Wandelgang und vorbildliche sanitäre Anlagen sind für seine Besucher eingerichtet worden. Die Eintrittspreisgestaltung ist der des ehemaligen Saalbaukinos angepaßt, wobei jedoch eine höhere Preisgruppe für Logenplätze hinzugefügt wurde.

Odeon-Lichtspiele im Umbau

Die Saalbau-Lichtspiele, das älteste Filmtheater Salzgitters wird in wenigen Tagen von dem Eigentümer Eduard Wehling in eigene Regie übernommen. Schon 1921 waren die noch recht unvollkommenen Produkte der damaligen Filmindustrie der Öffentlichkeit in diesem Gebäude zugänglich gemacht worden. Als der Saal nach und nach zu klein wurde, um die ständig ansteigende Besucherzahl aufzunehmen, versuchte der Besitzer durch Anbauten Abhilfe zu schaffen. Jetzt war es endlich so weit, daß ein grundlegender Umbau vorgenommen werden konnte. Aus dem bisher bestehenden Filmbetrieb geht ein Filmtheater ersten Ranges hervor. Damit der Filmbetrieb keine größeren Unterbrechungen erleidet, wird der Umbau in mehreren Phasen durchgeführt. Der erste Bauabschnitt, die Schaffung einer ansprechenden Vorderfront mit Theaterportal, wird in wenigen Tagen vollendet sein. Wie das äußere Bild dieses Theaters verändert wird, so erfährt auch sein Name eine Änderung. Es soll nun den Namen “Odeon-Lichtspiele” tragen. Es ist zu erwarten, daß das Lichtspielhaus auch unter dem neuen Namen der Bevölkerung unseres Stadtgebietes viel Freude und Entspannung bieten wird.

Die Tanzbar

1962 wurde das BALI als Kino geschlossen und zu einer Tanzbar umgebaut. Hawaii-Atmosphäre mit einem kleinen beleuchteten Wasserfall als Krönung des Innenraumes, Palmen, Bambus-Gitter, kleine Nischen, die zum Teil über die Tanzfläche hinausragten. Buntes Licht wechselt über der Tanzfläche. Die Beleuchtung ist mit einer reich bestückten Musikbox gekoppelt. Am 3. November 1964 fällt die Tanzbar einem Feuer zum Opfer.

Salzgitter-Kurier 04. 11.1964
Die Bali-Tanzbar liegt seit gestern in Schutt und Asche
Kriminalpolizei: “Vorsätzliche Brandstiftung”
Vorläufige Schätzung: 200000 DM Schaden / Spuren wurden entdeckt

SALZGITTER-BAD. Seit gestern liegen der Innenraum und der Dachstuhl der Bali- Tanzbar in der Vorsalzer Straße in Salzgitter-Bad in Schutt und Asche. In aller Frühe des Dienstags, gegen 4:20 Uhr, wurde das Feuer entdeckt. Das Gebäude brannte bis auf die Mauern nieder. Wie von der Kriminalpolizei Salzgitter gestern mitgeteilt wurde, beträgt der Schaden ca. 200000 DM. Wurde von der Berufsfeuerwehr bereits während der Brandbekämpfung fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung als Ursache angenommen, erklärte gestern Mittag der Chef der Kriminalpolizei, Hauptkommissar Hoffmann: “Die bisherigen Feststellungen der Kriminalpolizei haben ergeben, dass vorsätzliche Brandstiftung vorliegt.” Die Kripo, die gestern pausenlos mit der Ermittlung der Ursache beschäftigt war, entdeckte, so wurde weiter mitgeteilt, Spuren, die nach kriminalpolizeilicher Rekonstruktion einwandfrei den Tatbestand der vorsätzlichen Brandstiftung erfüllen. Hauptkommissar Hoffmann sagte weiter, dass die von der Kripo angegebene Schadenssumme auf einer zunächst nur vorläufigen Schätzung beruhe. Von der städtischen Berufsfeuerwehr war der Schaden mit 250000 bis 300000 DM beziffert worden. “Wir wurden durch eine Funkstreife der Polizei alarmiert”, berichtete gestern Brandoberinspektor Hermann von der Berufsfeuerwehr der Stadt. Hermann leitete den Einsatz am Brandort. Der Brandalarm war um 4:20 Uhr ausgelöst worden. Die Funkstreife erfuhr es von einem Taxifahrer. Der Taxen-Standort befindet sich im Triftweg, etwas von der bis gestern noch kahlen Hinterfront des früheren Bali-Kinos entfernt.

Das Kino hatte keine Fenster

Schräg gegenüber von der Kreissparkasse in Salzgitter-Bad ging es einmal zum Bali- Lichtspieltheater, das 1950 gebaut worden war. Durch eine torähnliche Einfahrt gelangte man über den Hof zum Vorraum. Das Kino hatte keine Fenster. Der große Saal wurde von verhältnismäßig kahlen Außenwänden umgeben. Eines Tages wurde das Kino vermietet. Der Pächter kam auf die Idee, hier die erste größere Tanzbar im südlichen Stadtgebiet einzurichten. Es fehlte nicht an originellen und auch modernen Einfällen. Aus dem Kinosaal wurde eine recht attraktive Stätte der Unterhaltung. Das war- wie schon auf den ersten Blick zu sehen war- ohne größeren Investitionseinsatz nicht möglich. Die Summe betrug etwa 150000 DM.

Es war eine Attraktion

So sagt man auch heute noch in Salzgitter- Bad, wenn auch nicht alle Anwohner der früher verträumten Vorsalzer Straße mit einer ganzen Reihe neuer und alteingesessener Geschäfte über den Verkehr zur Bali-Bar erfreut gewesen sein mögen. Auf jeden Fall aber war’s für die alte Salzstadt mit breiter gewordenen Straßen zwischen Fachwerkhäusern und auch einigen neuen Fassaden, aber auch noch mit friedlich – wie “dereinst” – schlummernden Gassen eine Attraktion. Wenigstens für das “junge Volk”.

Haupteingang von der “Vorsalzer”

Der Haupteingang zur Bali-Tanzbar war von der Vorsalzer Straße zu erreichen, wie früher zum Kino. Nur die Rückseite lag zum Triftweg. Auf Anfrage des SK erklärte ein Sprecher der städtischen Berufsfeuerwehr: “Es soll noch vor der Entdeckung des Feuers im Bali Licht gebrannt haben, so gegen 4 Uhr.” Wann aber der Brand genau ausgebrochen ist, konnte gestern nicht klar gesagt werden. Der Brandherd muß im früheren Kinosaal gelegen haben. In diesem Raum fehlten Fenster. Das Feuer konnte also auch erst entdeckt werden, als sich die Rauchgase im Innenraum schon so verdichtet hatten, daß sie den Ausgang nach draußen suchten. Das Feuer konnte also schon lange vor der Entdeckung entstanden sein!

Am Montag gegen 21 Uhr

Daß vorher noch Licht gebrannt hatte, traf zu. Ein Geschäftsmann aus der Vorsalzer Straße hatte von einer Frau und einem Mann erfahren, daß im “Bali” um 21 Uhr am Montagabend noch Licht zu sehen war. Das klärte sich dann insofern auf, dass sich ein befreundeter Geschäftsmann eines anderen Nachtlokals in die Bali-Bar begeben hatte, um, wie es hieß, für seinen Betrieb Eis “auszuleihen”.

Keiner war anzutreffen

Ein verantwortlicher Mann der Berufsfeuerwehr erinnerte sich gestern: “Keiner war am Brandort anzutreffen. Der Geschäftsführer kam später!” Das war aber der befreundete Geschäftsführer des anderen Nachtlokals. Dieser vermutete, dass sich oben in dem brennenden Haus noch eine Frau befand. Inzwischen brannte es im Inneren bereits lichterloh. Mit Rauchmasken drangen Feuerwehrleute mit dem Mann ins brennende Haus vor. Das war für sie lebensgefährlich. “Zum Glück war aber niemand mehr in dem Haus”, erklärte Brandoberinspektor Herrmann gestern. Der befreundete Geschäftsführer riss noch eine Schreibmaschine an sich. Das war das einzige, was gerettet werden konnte.

Mit sechs Rohren…

Zäh und verbissen, exakt und schnell kämpften 16 Feuerwehrmänner gegen die Flammen. Aus fünf C Rohren und einem B-Rohr zischte das Wasser auf den Brand. Inzwischen hatte sich das Feuer gewaltig ausgebreitet. Zwei Tanklösch-, ein weiteres Lösch- und noch ein Spezialfahrzeug der beiden Feuerwachen Lebenstedt und Salzgitter-Bad waren im Einsatz. Trotz aller Verbissenheit, das Großfeuer einzudämmen, lag das Innere Bali-Bar Gestern Morgen bald in Schutt und Asche. Totalschaden!

Kripo sofort am Brandort

Sachverständige der Feuerwehr und Kriminalpolizei forschten sofort am Brand nach der Ursache. Darunter war auch Kriminalpolizei-Hauptkommissar Hoffmann. Kripochef von Salzgitter, davor Brandverständiger für das Braunschweiger Gebiet und ein erfahrener Mann bei solchen Ermittlungen. Daß die Bali-Bar nicht besetzt war, war und für sich erklärlich. Am Montag war Gaststättenruhetag. Wie es hieß. wurde der Besitzer aus Westdeutschland herbeigerufen. Er war inden Morgenstunden wieder in Salzgitter-Bad. so hieß es gestern.

Neuanfang

Nach umfangreichen Modernisierungsarbeiten eröffnete das Bali erstmals wieder 1965 seine Pforten und zwar als erstes Servicekino im Braunschweiger Land. Geboten wurde nun neben dem alltäglichen Kinoprogramm auch Live- Musik, Tanz, Kabarett und Kleinkunst. Neu war auch ein Getränkeservice während der Vorstellungen sowie eine Rauchererlaubnis im ganzen Saal.

Zwischen den Jahren 1970-1984 hatte das Kino Hochkonjunktur mit fast immer ausverkauften Vorstellungen. Es liefen unvergessene Filme wie “Der weiße Hai”, “Flammendes Inferno”, “Erdbeben” oder “Auf dem Highway ist die Hölle los” aber auch Klassiker wie “Ben Hur”, “Die zehn Gebote” und “Vom Winde verweht” wurden vorgeführt. Nicht zu vergessen die Vielzahl von Salzgitter,- und Altstadtfestfilmen.

Am 20.02.77 fand im Kino die legendäre REMEMBER PARTY der HAWKIDS statt.

Der letzte, gezeigte Film vor Schließung des Kinos im Jahr 1985 war “Die Frau in Rot”. Nachfolgend wurden die Räumlichkeiten umgebaut und verschiedentlich genutzt, unter anderem sollten hier auch kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Letztendlich erfolgte der Abriss dieses traditionellen Lichtspielhauses im Jahr 2005.

Der Betreiber des Kinos, Heinz Schmidt, übernahm parallel das letzte Kino in Salzgitter-Bad, das “Cinema” im Anger-Center“, das sich auch heute noch als Bürgerkino großer Beliebtheit erfreut.

BALI-Kino Galerie

Lassen Sie die Zeit noch einmal Revue passieren.

Mit dem BALI-Kino Ist der Name Heinz Schmitt untrennbar verbunden. Der Mann, der seit jungen Jahren im Kino- und Filmgeschäft arbeitete – als Filmvorführer, als Geschäftsführer oder gemeinsam mit Hildegard Schremmer als cleverer Manager der früheren Kinos Roxy und Bali und später auch dem Cinema.

2015 ist der Altstadtfest-Filmer der ersten Stunde im Alter von 76 Jahren verstorben.

 

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