Das Kniestedter Gutshaus

Das Kniestedter Gutshaus

Das wohl älteste in Salzgitter stehende Fachwerkhaus, das Kniestedter Gutshaus, stammt aus dem Jahre 1533. Es wurde seinerzeit von Friedrich von Kniestedt auf dem Gelände des vormaligen Walhof (heutige Braunschweiger Straße/Einmündung Burgundenstraße) („Kniestedter Kreuz“) in unmittelbarer Nähe der Kniestedter Kirche errichtet – früher auch Unterhof genannt. Sein ursprünglicher Standort befand sich neben dem im Jahr 1688 von Julius von Kniestedt erbauten und heute noch sehr gut erhaltenen Kniestedter Herrenhauses (Standort der Volkshochschule) und der Kniestedter Steinscheune. Nach dem Tod der letzten Besitzerin, Luise Charlotte von Kniestedt, im Jahre 1853 kam der Besitz zum fürstlich münsterischen Haus in Derneburg. Der Hauptteil der zum Gut gehörenden Ländereien wurde 1938 von der Reichswerke Salzgitter AG zum Bau von Wohnsiedlungen beansprucht. 1971 erwarb die Stadt Salzgitter das Gutgebäude.

Nachdem das Gebäude einer geplanten Auffahrt zur Nord-Süd-Straße weichen sollte, entschied man sich, das historische Gebäude umzusetzen. Dies geschah dann auch 1975. Das Gutshaus wurde Stück für Stück abgetragen und 1976 im heutigen Rosengarten, neben dem Tillyhaus neu aufgebaut.

Dendrochronologische Untersuchungen der verwendeten Fachwerkbalken haben ergeben, dass die Fälljahre der verwendeten Hölzer zwischen 1562 und 1572 lagen. Aus dem Zustand dieser Hölzer konnte abgeleitet werden, dass das Gebäude verschiedene Male umgebaut wurde. Die Untersuchungen konnten aber das vermutete Baujahr 1533 weder bestätigen noch widerlegen.

Der neue Standort liegt im ehemaligen Bereich der Salzsümpfe zwischen Gitter und Vöppstedt. Da sich hier erst in 4 bis 5 Meter tragfähiger Boden befindet, musste eine aufwendige Gründung vorgenommen werden. Das äußere Aussehen des Gebäudes blieb so gut möglich erhalten. Die Fenster mussten neu angeordnet werden und neu eingefügten Eichenhölzern gab man durch Flämmen ein altes Aussehen.

Das Problem des Wärmeschutzes erforderte viele Überlegungen. Statt herkömmliche isolierverglaste Fenster baute man Kastendoppelfenster mit Sprossen ein. Um das Fachwerk sichtbar zu lassen, wurde darauf verzichtet, die Wärmeisolierung aussen vor dem Holz anzuordnen. Die Ausfachung des Holzwerkes mit Ytongsteinen brachten zwar den gewünschten Wärmedämmeffekt, doch aufgrund der glatten Flächen konnten den Linien des Holzwerkes nicht gefolgt werden. Dies hatte zur Folge, dass man der Fassade etwas von ihrer ursprünglichen Optik nahm.

Die Kosten für die Umsetzung des Kniestedter Gutshauses lagen bei ca. 850.000 DM.

Das Kniestedter Gutshaus beherbergte anfangs eine Altentagesstätte, heute die Musikschule und seit Oktober 1996 das Biedermeier-Trauzimmer des Standesamtes. Heiratswillige Paare können sich hier im stilvollen Ambiente das Ja-Wort geben.

Das Umsetzen des Kniestedter Gutshauses ergänzte somit die Bemühungen im Bereich des damaligen Kurgartens von Salzgitter-Bad eine Traditionsinsel zu schaffen. Zusammen mit den benachbarten Fachwerkhäusern in der Warnestraße, des Marienplatzes sowie des 700 Jahre alten Ratskellers mit dem ebenfalls umgesetzten Garßenhof ist hier das historisch reizvolle Kernstück der alten Salzstadt zu bewundern und somit weit reichende Einblicke in die lange Geschichte vonSolte eröffnen. In diesem Kleinod blühen hunderte von verschiedenen Rosen vom Frühjahr bis zum Spätherbst. Im Rosengarten entspringt auch die bereits 1125 urkundlich erwähnte Solequelle. Sie besitzt eine ähnlich hohe Konzentration wie das Wasser des Toten Meeres. Die Sole wird aus einer Tiefe von ca. 243 Meter gefördert und zum Solewellenbad weitergeleitet, wo sie für eine Vielzahl von medizinischen Zwecken verwendet wird.

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