Der Bahnhof

Der Bahnhof

Am 14. Mai 1833 gründeten fränkische Kaufleute eine Gesellschaft zur Errichtung einer Eisenbahn mit Dampffahrt zwischen Nürnberg und Fürth. Am 7. Dezember 1835 wurde dann die erste deutsche Eisenbahn, die Ludwigsbahn, von Nürnberg nach Fürth, feierlich eröffnet. Bereits am 5. August 1856 erhielt auch Salzgitter-Bad seinen Bahnanschluss. Wobei Salzgitter Glück hatte, eine Anbindung an die in den Jahren 1839-1843 entstandene Eisenbahn-Linie Braunschweig-Harzburg zu erhalten. Da der geplante Anschluss an die zu gleicher Zeit gebaute Hannoverschen Südbahn den kürzeren Weg ergab, wurde die Salzstadt gegenüber Goslar, die sich ebenfalls um einen entsprechenden Bahnanschluss beworben hatte, bevorzugt. Die erste Bahnlinie verlief von Börßum in Richtung Kreiensen. Das abgelegene Kreiensen war damals der einzige große Eisenbahnknotenpunkt des Landes Braunschweig.

1857 war dann der Bau des Bauhofsgebäudes vollendet. Das Gebäude diente als Abfertigungshalle für die Reisenden, im oberen Stockwerk wohnte der Bahnhofsvorsteher. Zeitweise war auch das Postamt im Bahnhof untergebracht. Der zunehmende Kurgastbetrieb sowie die Bahnnutzung der ansässigen Handwerksbetriebe und der Saline Liebenhall machten im Jahr 1900 mehrere Erweitungsbauten notwendig. Als die Kurgastzahlen zunahmen, wurde auch in die Gestaltung des umliegenden Geländes investiert. So wurde zum Beispiel im Bereich des späteren Bahnhofsvorplatzes eine großzügige Gartenanlage mit Kegelbahn angelegt. Als 1923 die letzte von Pferden gezogene Postkutsche von Kniestedt nach Gebhardshagen abgefertigt wurde, verlagerte sich der Reiseverkehr noch mehr auf die Schienen.

1938 hatte der Bahnhof Salzgitter-Bad die Aufgabe eines Übergabebahnhofs zwischen der Deutschen Reichsbahn und der werkseigenen Bahn der Reichswerke. Der Umbau des Bahnhofs wurde 1945 eingestellt. Bis zu diesem Jahr konnte nur der Güterbahnhof erweitert werden. Für die Reisenden diente lange Zeit ein behelfsartiger Bau(„Die Schranke“) im westlichen Giebelbereich des alten Gebäudes als Gepäck- und Fahrkartenabfertigung. 195 -1957 wurde ein großes, quer angrenzendes Bahnhofsgebäude, mit geräumiger Halle, einer Gaststätte, Fremdenzimmer im Obergeschoß und Kiosk errichtet. Das neue Gebäude wurde so geplant, dass die Empfangshalle bei Bedarf auf die doppelte Größe erweitert werden konnte. Der Bahnhofsvorplatz wurde neu gestaltet. Es entstanden Haltestellen für die Bahnbusse, Stellplätze für Taxis sowie Parkplätze für PKW´s.

Weiterhin wurden zusätzliche Bahnsteige eingerichtet. Die neuen Gleise 2 und 3 waren für die Züge aus bzw. in Richtung Ringelheim und Kreiensen vorgesehen. Die Bahnsteige erhielten freischwebende Bahnsteig Überdachungen in Spannbetonbauweise nach dem Vorbild des Koblenzer Hauptbahnhofes. Allein 1980 wurden im Bahnhof von Salzgitter-Bad 130.000 Fahrkarten verkauft, 380 t Expreßgut und 5.900 t Stückgut ein- und ausgeladen sowie 26.300 Wagen und Güterwagen abbefördert. Im Sommer 1997 musste dieses Gebäude einem Wohn- und Geschäfthaus weichen, der Güterverkehr wurde ganz eingestellt. Zum letzten Mal erfüllte sich die Bahnhofshalle bei einer privat organisierten „Abrissparty“ mit Leben. Das alte Bahnhofsgebäude ging 1997 in privaten Besitz über und wurde innerhalb von 3 Jahren aufwändig restauriert. Auch wurde die ursprüngliche Turmspitze am Ostgiebel, die wohl beim Anbau des großen Bahnhofsgebäudes verloren ging, wieder hergestellt. Die einstige Bahngleisunterführung wurde durch die Stadt Salzgitter im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofumfeldes im Jahr 2000 fertig gestellt und wird seit dem von den Passanten als Zugang zur Altstadt genutzt. Weiterhin wurden mehrere, ansprechende Treppenanlagen angelegt. Die Kosten allein für diese Maßnahmen lagen bei ca. 450.000,00 Euro.

Im Süden Salzgitters berührte die 1856 von Braunschweig über Börßum in Richtung Kreiensen kommende Staatsbahnlinie die Stationen Salzgitter-Bad und Ringelheim. 1938 und 1958 wurde das Eisenbahnnetz wegen der rasanten industriellen Entwicklung völlig reorganisiert. Im Rahmen der Umgestaltung des Bahnnetzes kürzte die Deutsche Bundesbahn 1957 die Bahnlinie von Braunschweig in Richtung Salzgitter Bad, so dass die heutige Bahnstrecke Braunschweig–Kreiensen entstand. Das ersparte den Reisenden auf dem Weg nach Braunschweig ein Umsteigen in Börßum. Heut zu Tage kann man mit dem Zug von Salzgitter-Bad aus die Endstationen Braunschweig bzw. Herzberg (Harz) erreichen.

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