Der Bismarckturm

Der Bismarckturm

Im Jahre 1900 wurde auf den 272 Meter hohen Hamberg, der höchsten Erhebung der Stadt Salzgitter, ein 17 Meter hoher Aussichtsturm errichtet. Der Turm wurde seinerzeit zur Ehrung des Gründers und ersten Kanzlers des deutschen Reiches Otto von Bismarck erbaut und auch nach ihm benannt.

Am 08. April 1899 wurde der Bau des Bismarckturmes in einer Versammlung des Harzvereines beschlossen. Ein Baufonds wurde eingerichtet und bestand aus einem Grundkapital von 100 Mark. Den Bauplatz erwarb man von der Forstgenossenschaft Gitter. Am 10. September 1899 erfolgte dann die Grundsteinlegung.

Der Baubeginn verzögerte allerdings sich bis Anfang 1900, da der damals zuständige Landkreis Goslar die Baugenehmigung erst am 12.01.1900 erteilte. Durch die zwischenzeitlich gestiegenen Kosten für Eisen und Arbeitslohn und nicht zuletzt durch die zusätzlichen Auflagen des Landkreises, verteuerte sich das Bauvorhaben erheblich. Durch organisierte Benefizkonzerte konnte aber das finanzielle Defizit behoben werden. Die Bauarbeiten wurden von Hönerbach/Salzgitter und der Maschinen- und Stahlbaufirma Weule/Alt Wallmodenausgeführt. Über dem Eingang im Sockel wurde ein bronzenes, noch heute vorhandenes Bismarck-Medaillon mit der Jahreszahl 1899 angebracht.

Am 21. Juli 1900 beschloss man zusätzlich die Einrichtung eines kleinen Bismarckmuseums in einer ebenfalls in unmittelbarer Nähe neu gebauten Schutzhütte. Der ehemalige Kanzler stiftete zur Einweihung, an der ca. 800 Personen teilnahmen, einige Eichen, die zum Teil noch heute zu sehen sind. Bereits am Tage der Einweihung bot sich am Fuß des Turmes in einer aus Brettern zusammengenagelten Hütte die Gelegenheit zur Einkehr.

Der erste Bergwirt war W. Schöning aus Kniestedt. Der Harzverein behielt sich vor, ihm die Preise für Speisen und Getränke vorzuschreiben. Da der Wirt nicht immer anzutreffen war, konnte der durstige Wanderer schon von weitem bei gutem Wetter an Hand einer auf dem Turm aufgezogenen Fahne erkennen, ob die Bergschänke geöffnet war. Später übernahm die Gaststätte der Kniestedter Gastwirt Wilhelm Dölle. Das Lokal entwickelte sich immer mehr zu einem beliebten Treffpunkt von Stammgästen, Familien, Vereinen und Gesellschaften. Wer erinnert sich nicht an das im Schankraum hängende Gemälde – “Dem Himmel so nah und fern der Hölle begrüßt Euch hier der Bergwirt Dölle”.

Im Eingangsbereich des Turmes befand sich bis 1965 eine 2 m hohe und ca. 700 kg schwere “Siegestrophäe” mit einem Bildnis von Bismarck, die von der Tonwarenfabrik Ernst March & Söhne/Berlin-Charlottenburg seinerzeit gespendet wurde. Der Verbleib dieser Büste ist bis heute ungeklärt. Ebenfalls 1965 wurde am Hamberg ein 27 Meter hoher Funkmast aufgstellt und in Betrieb genommen. Er sollte gewährleisten, dass in der Südstadt das 2. Fernsehprogramm empfangen werden konnte.

1950 wurde am Bismarckturm das so genannte Heimkehrerkreuz angebracht. Dieses beleuchtete Kreuz sollte in den dunklen Wintermonaten dazu dienen, den aus dem Krieg Zurückkehrenden den Weg zu weisen. Zugleich ist am Fuß des Turmes ein Ehrenmal zum Gedenken an alle Gefallenen und Opfer der Kriege eingerichtet.

Der Turm, der ursprünglich aus einer Stein-, Holz-und Eisenkonstruktion bestand, wurde aufgrund seines Alters 1990 und 2002 saniert und auf den heutigen Sicherheitsstandart gebracht. Der Bismarckturm und das dort immer noch ansässige Restaurant mit Biergarten ist in unserer Region ein bekanntes und sehr beliebtes Ausflugsziel. Von hier oben kann man die schöne Aussicht auf Salzgitter-Bad und bei gutem Wetter den hervorragenden Blick auf die Harzer Berge und insbesondere auf den 1142 Meter hohen Brocken genießen.

Zu erreichen ist der Bismarckturm über eine Straße oder zahlreiche, landschaftlich reizvolle Wanderwege.

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