Der Garßenhof

Der Garßenhof

Erstmals trat dieser adlige Herrensitz im heutigen Salzgitter-Gitter 1305 mit Heinrich und Margarete von Gethere eine Ritterfamilie, in Erscheinung. Die letzte Ihres Geschlechts war Hilleburg von Gitter. Das Rittergut, dass im Lauf der Zeiten zu einem Ackerhof zusammenschrumpfte, ging später in bäuerlichen Besitz über, ehe es von der Familie Garßen übernommen wurde und seit dem auch deren Namen trug.

Als 1857 ein verheerender Brand den gesamten nordwestlichen Teil des Dorfes Gitter vernichtete, fielen auch die Wirtschaftsgebäude des Garßenhofes den Flammen zum Opfer. Erhalten blieb nur das besagte Wohngebäude. 1883 verkaufte William von Garßen den Hof an Christiane Werner. Nach ihrem Tod im Jahre 1909 ging der Hof an ihren Schwager Ernst Ahrens über. 1934 wurden hier Wohnungen eingerichtet. Auf Grund des schlechten Zustandes des Gebäudes, war der jetzige Besitzer bereit den Hof kostenlos an die Stadt Salgitter abzutreten. 1977 zogen die letzten Mieter aus.

Um den endgültigen Verfall dieses ehrwürdigen Gebäudes zu verhindern, beschloss der Rat der Stadt Salzgitter am 28.März 1979 einstimmig, das alte Fachwerkhaus nach Salzgitter-Bad in den heutigen Rosengarten umzusetzen und als Bettenhaus an den dort befindlichen Ratskeller anzugliedern. Der Garßenhof nimmt im alten Salinengarten – dem heutigen Rosengarten ungefähr den ehemaligen Standort des alten Badehauses ein. Die Kosten für die Umsetzungsarbeiten betrugen 8.350.000,00 DM und waren mit einigen, nicht eingeplanten Schwierigkeiten verbunden. Das Grundwasser mußte abgesenkt werden und eine wasserdichte Mauerrung mußte eingebracht werden. Auch traten bei den Aushubarbeiten Risse in den Gewölben des Ratskellers auf. 1982 waren die Arbeiten mit einer Verzögerung von einem knappen halben Jahr abgeschlossen und das restaurierte Gebäude wurde seiner neuen Bestimmung übergeben. Von nun an bot sich der Garßenhof den Besuchern Salzgitters mit über 27 Doppel- und 25 Einzelzimmer als historisches Bettenhaus des Ratskellers an.

Der Hoteleingang des Ratskellers wurde vom Marktplatz weg in den Garßenhof verlegt (die Däle wurde in eine Empfangshalle umfunktioniert). Eine unterirdische Verbindung zum alten Ratskeller wurde geschaffen und eine Tiefgarage mit 27 Einstellplätzen wurde unterhalb des Gebäudes eingerichtet. Glücklicher Weise konnte im Rahmen der Neugestaltung des umliegenden Geländes das benachbarte Behrensche Fachwerkhaus erhalten werden. Die Fertigstellung des Garßenhofes bildete nach dem ebenfalls umgesetzten Kniestedter Gutshauses und der Restaurierung des Tillyhauses den durchaus gelungenen Abschluss der Neugestaltung des ehemaligen Kurgartens zur Traditionsinsel. Die Umsetzung des Garßenhofes soll aber auch an seine sagenumwobene Vergangenheit erinnern, denn als einst die Schrecken und Greuel der Stiftsfehde über die Lande fuhren, da hat einer der Ritter von Gitter unter dem Rittersaal eine Schatzkammer angelegt, deren Tür nur von den Herren selbst oder von einem Sonntagskinde gefunden werden konnte. Da das Geschlecht ausgestorben war, gehörten die Schätze allein den Sonntagskindern. Kommt nun ein solches Sonntagskind um Mitternacht an die Hofmauer, ist es ihm ein leichtes, die Kammer zu finden und zu öffnen um an die Schätze zu gelangen, die sich bis hoch an die Decke des Gewölbes stapeln. Eine Stunde lang darf das Sonntagskind Kostbarkeiten jeglicher Art hinaustragen, soviel es kann und mag. Wenn die Zeit allerdings vergangen ist und die erste Morgenstunde herauf zieht, muss die Kammer wieder verlassen sein. Aber wehe dem, dem Gier den Verstand verblendet! Die Falltür fällt wieder zu, der törichte Schatzsucher mit seiner heißen Gier wird auf ewig unter dem kalten Golde begraben. Als der ehemalige Rittersitz Balken für Balken für seine Umsetzung abgetragen wurde, hat man leider keinen Schatz gefunden. Sollte es doch schon mal einem Sonntagskind gelungen sein, den Weg zur Schatzkammer zu finden?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.