Der Ratskeller

Der Ratskeller

Der Ratskeller wurde bereits im 12.Jahrhundert errichtet und diente den Bürgern im Laufe der Zeit als Rathaus, Poststation, Lager, Salzspeicher, Waffenkammer und Gasthaus. Anfangs war der heutige Ratskeller wohl ein aus dicken Sandsteinquadern zusammengesetzte Gebäude. Es bestand aus fünf kellerartigen Tonnengewölben, von denen das mittlere zeitweise als Durchfahrt genutzt wurde. Dieses wehrhafte Steinhaus diente den Bewohnern zum Schutz ihres Lebens und des durch die Salzgewinnung errungenen Reichtums. 1522 wurde auf den alten Unterbau ein Obergeschoß gesetzt. Die Finanzierung dieser baulichen Veränderung übernahm zum größten Teil die Gilde der Brauer, die fortan die kühlen Keller für ihre Fässer, und den Dachboden zur Aufbewahrung ihrer Hopfenvorräte nutzte. Zwei Tonnengewölbe wurden zu Gemächern umgestaltet. Die beiden Bürgermeister erhielten drei Amtsräume und der Stadtkämmerer und die Ratsherren richteten einen Platz für ihre Akten und Dokumente ein. Weiterhin wurde eine Rüst- und Waffenkammer angelegt.

Hinter dem Rathaus wurde 1589 das Brauhaus errichtet. Zu Beginn des 18.Jahrhunderts entstand dann am alten Stadthaus, neben den Amtsräumen des Rathauses, die „Ratsschenke“. Diese befand sich in einem Haus hinter dem Ratskeller. Der Bierausschank wurde durch das in unmittelbarer Nähe befindliche Brauhaus gewährleistet. Auch wurden hier die mit der Postkutsche durchkommenden Reisenden beköstigt. 1854 wurden Teile des Tonnengewölbes durch eine Balkendecke ersetzt. 1880 wurde das Gebäude durch ein weiteres Stockwerk ergänzt. Der ehemalige Hopfenboden wurde in einen großen Festsaal umfunktioniert. Das Rathaus verlegte man in ein Gebäude am Bohlweg. 1905 erhielt der Eingangsbereich eine kleine Holzveranda als Vorbau, die 1928 durch eine größere, neue Glasveranda ersetzt wurde. Die alte Holzveranda diente noch bis 1955 am Apothekerwinkel den Wintersportlern als Schutzhütte. 1912 wurde die Küche in den Braukeller verlegt und das Brauhaus zu einem Pferdestall umgebaut.

Am 15. Juli 1937 wurde die Reichswerke für Erzbergbau und Eisenhütten Hermann Göring AG im Ratskeller gegründet. 1953 ging das Bauwerk an die stadteigene WEVG über, wurde umfangreich für eine Million Mark modernisiert und als Hotel verpachtet. Weiter Umbaumaßnahmen erfolgten 1969 und 1972.Neben dem Umgestalten der am alten Salinengarten befindlichen Terrasse wurde an der Südseite ein modernes Treppenhaus angebaut, das wohl an die hier um 1880 befindliche Elementarschule erinnern soll. 1982 wurde der aus Salzgitter-Gitter umgesetzte Garßenhof als Bettenhaus an den Ratskeller angegliedert. Der Hoteleingang des Ratskellers wurde dann vom Marktplatz weg in den besagten Garßenhof verlegt.Zwischen 1992 und 2003 flossen seitens der Stadt Salzgitter 2,9 Millionen Euro in die Instandhaltung des Gebäudes sowie Investitionen in Terrasse und Wintergarten. Anfang 2003 drohte die Stadt aufgrund der großen finanziellen Belastung das Traditionshaus zu schließen. Durch Unterschriftenaktionen und vielen Veranstaltungen stellten sich die Bürger von Salzgitter-Bad der drohenden Schließung entgegen.

Der Vertrag mit den beiden bisherigen Pächtern über das Hotel Ratskeller lief zum 31. Dezember 2004 aus und per 01.08.2005 wurde das Gebäude an private Investoren verkauft. Nach finanziellen Schwierigkeiten der neuen Eigentümer ist das verkaufte Hotel-Restaurant nun drei Jahre später wieder in den Besitz der Stadt übergegangen. Trotz der in jüngster Vergangenheit entstandenen „Turbolenzen“ bietet das Hotel Ratskeller als erstes Haus vor Ort neben seinen 40 Gästezimmern auch weiterhin eine behagliche Atmosphäre im alten, rustikalen Tonnengewölbe, auf der am Rosengarten befindlichen Terrasse oder im sonnigen Wintergarten. Die Gäste aus nah und fern werden hier vom frühen Morgen bis zum späten Abend mit kulinarischen Genüssen aus der gehobenen, deutschen Küche verwöhnt.

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