Die Eikelmühle

Die Eikelmühle

Einst stand westlich von Kniestedt auf dem Eikel eine Windmühle, genannt die Eikelmühle. Aufgrund der Inschrift an einem Balken im Obergeschoss der Mühle – „An Gottes Segen ist mir alles gelegen. Georg Schreyhahn 1811.“ – kann man davon ausgehen das die Windmühle im Jahr 1810/1811 erbaut wurde. Sehr wahrscheinlich handelte es sich hier um den Nachfolgebau einer hier stehenden, älteren Mühle, die bereits urkundlich 1572/1573 erwähnt wurde. In den Kirchenbüchern der Reformationszeit erscheint als erster Besitzer oder Pächter „Hans der Windmüller“.

Die Reihe der Eikelmüller, zu denen besonders die Familien Gärtner und Riekeberg zählten, führt hin bis zu Carl Remnitz der den Besitz am 17. Oktober 1898 zwangsweise versteigern lassen musste. 1899 kaufte das Anwesen August Bötel, der Besitzer der „Roten Mühle“ in Groß- Mahner. Man sagte IHM nach, dass er den Kauf nur tätigte, um die Konkurrenz für seine Wassermühle auszuschalten. Und tatsächlich wurde die Mühle nicht mehr genutzt und somit über die Zeit hin, dem fortschreitenden Verfall preisgegeben.

1911 erwarb der Kniestedter Landgerichtsdirektor Dr. Otto Haars das weiträumige Grundstück. Aber auch jetzt wurde die alte Mühle nicht mehr betrieben. Im Jahr 1922 legte der Geschäftsführer des Reichslandbundes, Dr. von Manteuffel vor dem Eikelgrundstück eine Mehlbeerbaumplantage an. Noch während des 2. Weltkrieges lieferte sie das Futter für eine von Klassen der Eikelschule übernommene, der Gewinnung von Fallschirmseide dienende Aufzucht von Seidenraupen. Und unter Mithilfe seiner Schwester entstand am gleichen Platz eine „Legehennenzucht mit Fallnestern“, die erste Anlage dieser Art in unserem Gebiet. Die alte Mühle wurde mit der Zeit morsch und brüchig. 1939 musste sie, dem Einsturz nahe, abgebrochen werden.

Das auf dem Mühlengehöft befindliche Wohnhaus wurde 1830 erbaut. Hier wurde 1831 die erste katholische Volksschule im Raum Salzgitter eingerichtet. Sie deckte die schulmäßige Betreuung der katholischen Kinder aus Salzgitter, Kniestedt, Vorsalz, Flachstöckheim und Beinum ab. Auf Initiative des Gast-und Landwirtes Franz Talleur zunachst als Privatschule eingerichtet, wurde sie 1933 verstaatlicht und später Erhielt einen Neubau an der Braunschweiger Straße zugewiesen.

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