Die Pfannenschmiede

Die Pfannenschmiede

Der eigentliche Standort der Pfannenschmiede befand sich am Rand der Saline Liebenhall, links vom Ratskeller. Als durch die Fahrlässigkeit eines Arbeiters in der Nacht vom 2. zum 3.November 1913 ein Großfeuer auf dem Salinengelände ausbrach, wurden sämtliche Fachwerkbauten, Betriebsanlagen und Maschineneinrichtungen innerhalb von 5 Stunden vernichtet. Ferner vielen dem Brand 5000-6000 Zentner Salz zum Opfer. Den herbeigeeilten Feuerwehren aus den umliegenden Dörfern, gelang es lediglich, das Verwaltungsgebäudes (heute Tillyhaus) und das neuerbaute Kurhaus zu retten. Die Pfannenschmiede war durch die Kuranlagen von der Brandstätte getrennt und entging den Flammen so weitgehend unbeschadet. 1951 kam dann doch das Ende des alten Fachwerkhauses. Es wurde im Rahmen von Umgestaltungsmaßnahmen abgerissen.Das Gebäude, dessen Nachfolgebau später den Namen Pfannenschmiede erhielt, stand am Marienplatz. Es wurde im 17.Jahrhundert erbaut und diente früher auch als Postkutschenstation. Über lange Zeit beherbergte das Fachwerkhaus die Gaststätte “Zum goldenen Löwen” (Inhaber Robert Heicke), den Eisenwarenladen von Heinrich Woelke sowie das Milch- und Lebensmittelgeschäft Freialdenhoven mit darüber liegenden Wohnungen. Das Gebäude stand längere Zeit leer und aufgrund der mittlerweile schlechten Bausubstanz erwägte die Eigentümerin, die Stadt Salzgitter, den Abriss. Eine Restaurierung des Baues war nicht mehr möglich. Die Erdgeschosswände dieses mehrfach umgebauten Hauses waren durchfeuchtet und das Fachwerk am Nordgiebel war nur aufgemalt. Ein Neubau in moderner Form hätte den Charakter des Marienplates erheblich beeinträchtigt und den Übergang vom alten Stadtkern zur Vorstadt verwischt. Man entschied sich daher, dass Gebäude größten Teils in seiner ursprünglichen Form zu erhalten.

Der Abriss erfolgte dann im September 1979. Im gleichen Monat wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Die Rohbauarbeiten wurden von einer polnischen Firma durchgeführt, deren Mitarbeiter bereits Erfahrung bei der Restaurierung historischer Bauten in Danzig und Warschau gesammelt hatten. Der Ladenvorbau aus der Nachkriegszeit wurde entfernt. Alle noch intakten Holzelemente wurden wieder verwendet. Im hinteren Teil des Hauses wurde ein neues Treppenhaus eingebaut, sodass die Wohnung im Obergeschoss ohne Betreten der im Erdgeschoss befindlichen Gaststätte möglich ist. Das Dachgeschoss blieb ungenutzt. Viele einheimische Firmen haben an der  Ausgestaltung des Hauses mitgewirkt. Der Abbruch und Wiederaufbau verzögerte sich etwas, weil die Pächter für die Gaststätte zuvor ausgesucht und abgestimmt werden mußte, welcher Art der Ausbaus des Lokales sein sollte. Baufertigstellung war im Oktober 1980. Die Baukosten betrugen 777.000,00 DM. Aus dem “Programm für Zukunftsinvestitionen” wurden Zuschüsse in Höhe von 321.000,00 DM bewilligt. So blieb der äußerliche Charakter dieses alten Hauses erhalten – das Obergeschoss und der straßenseitige Giebel in Fachwerk und das Erdgeschoss in Ziegelmauerwerk. Die Pfannenschmiede wurde dann vom Ratskeller betrieben. Es entstand ein Bierlokal im rustikalem Stil mit über 61 Plätzen. Durch die Namensgebung soll das Gebäude an die Arbeitsstätte der  ursprünglichen Pfannenschmiede am Marktplatz erinnern, wo in alter Tradition die zum Sieden der Sole benötigten eisernen Pfannen hergestellt wurden.

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