Die Vöppstedter Ruine

Die Vöppstedter Ruine

Im Herzen der Südstadt von Salzgitter-Bad befindet sich eine kleine, ringförmig angelegte Parkanlage mit der Vepstedter (Vöppstedter) Ruine. Die kleine Vepstedter Dorfkirche wurde im 12. Jahrhundert erbaut und war dem heiligen Jacobus geweiht ist. Sie ist von einem historischen Friedhof umgeben, der seit 1886 nicht mehr genutzt wird. Als Gotteshaus diente die Kirche nur bis ins 14. Jahrhundert. Nachdem die Vöppstedter Bürger zum Zwecke der Salzgewinnung in die Nähe der Soltborne umsiedelten, wurde die alte Kirche nur noch als Friedhofskapelle genutzt.

Die Kirche wurde jeweils während der Bierfehde (1481 bis 1486) und der Hildesheimer Stiftfehde (1519 bis 1523) zerstört und immer wieder als Totenkirche hergerichtet. Im 30-jährigen Krieg verfiel die Kapelle wiederum und wurde erst 1683 erneuert. Während der französischen Besatzung forderte der französische Stadtkommandant La Chaise am 20. Mai 1807, also nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt, den Superintendenten Feyerabend auf, innerhalb einer Tagesfrist alle Einrichtungsgegenstände aus der Kapelle zu räumen. Fortan diente das Gebäude bis 1813 als Militärgefängnis und zeitweise auch als Futtermagazin. Als Kapelle wurde sie danach nicht wieder genutzt. Die Kirche geriet in Vergessenheit und verfiel langsam. 1863 brach dann das Turmdach ein. 1871 wurde der tödlich verunglückte Hüttenpionier Emil Langen an der südlichen Kirchenmauer bestattet. Ca. 1900 stürzte die Vermauerung des Bogens auf der Ostseite des Kirchenschiffes um und legte so die heuteals Eingang genutzte Öffnung frei. 1927 musste der Dachstuhl aus sicherheitstechnischen Gründen entfernt werden. Im Jahr 1886 wurden die Bestattungen auf dem Vöppstedter Friedhof immer weniger, da an anderer Stelle ein neuer Friedhof angelegt war. Eine letzte Beisetzung fand hier wahrscheinlich im Jahr 1920 statt.

1967 wurde die Kirchenruine zu einer Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewalt ausgebaut. Der in nordwestlicher Richtung stehende Torbogen entstammt ursprünglich dem Garßenhof aus Salzgitter-Gitter. Er wurde im Herbst 1941 dort abgetragen und an der heutigen Stelle wieder aufgebaut. Ein auf dem Parkgelände stehende Mausoleum erinnert an zwei Familien, die der Stadt reiche Stiftungen zukommen ließen. Der Grabstein einer alteingesessenen Familie zeigt die Inschrift von Hinrich Ahrens, der 1848 ein Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung war. Die hier verteilten historischen Grabsteine sind mittlerweile zum größten Teil liebevoll restauriert und erinnern an die ursprüngliche Bedeutung des Geländes.

Die in der Parkanlage aufgestellten Sitzbänke laden so zum Verweilen in historischer Umgebung ein.

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