Chronik 1806 – 1929

1806
Der französische Oberst la Chaise nimmt Salzgitter in Besitz und wird ihr Kommandant. Er lässt die Vöppstedter Totenkirche von allen Geräten räumen und macht sie zum Militärgefängnis.

1811
Die Bockwindmühle auf dem Eikel wird errichtet.

1815
Die Salzgitterschen Musikanten, die Klesmer, gehen in die Welt. Salzgitter werden die Stadtrechte zum zweiten Mal aberkannt.

1826
Der jüdische Friedhof unterhalb des Felsenkellers wird angelegt.

1827
Das erste Schützenhaus wird erbaut.

1833
In Kniestedt entsteht eine katholische Kirche.

1840
Die ersten Trinkkuren werden verabreicht.

1853
Ein Fachwerkanbau des Ratskellers wird als Elementarschule eingerichtet.

1854
Entstehung der Irenen-Heilquelle. Die Ratsschänke wird zum Ratskeller.

1855
Das letzte Gradierwerk im Bereich des Schützenplatzes wird abgerissen.

1856
Rat und Verwaltung der Stadt Salzgitter verkaufen ihr Rathaus am Markt (der jetzige Ratskeller) an einen Gastwirt. Der Bahnhof wird eröffnet.

1858
Die Mechanische Hedegarn-Spinnerei wird eröffnet. Die Post zieht vom Marktplatz zum Bahnhof um.

1859
Der Schillerbrunnen auf dem Marktplatz wird errichtet.

1863
Der Männer-Turnverein Salzgitter wird gegründet.

1864
Der Schulbetrieb in der heutigen Altstadtschule wird aufgenommen.

1865
Gründung des Bankhauses Sievers. Das Turmdach der Vöppstedter Ruine stürzt ein.

1866
Salzgitter wird preußisch.

1867
Die Eisenerzgrube „Segen Gottes“ (Finkenkuhle) nimmt erstmals die Förderung auf.

1868
Emil Langen aus Solingen errichtet am Gittertor in Salzgitter die Aktiengesellschaft Eisenwerk Salzgitter mit vier Hochöfen, Kokereien und Gießhallen.

1872
Das Mausoleum auf dem Vöppstedter Friedhof wird erbaut.

1874
Das spätere Gildehaus am Vöppstedter Tor wird erbaut. Das Eisenwerk Salzgitter wird geschlossen.

1876
Einführung der Hundesteuer. Große Massen von Maikäfern richten erhebliche Schäden an.

1879
Namensgebung Bad Salzgitter am Harz. Der Salinenpächter Hascher eröffnet eine Badestube und verabreicht die ersten Solebäde.

1880
Das Rathaus wird vom Ratskeller zum Vöppstedter Tor verlegt.

1884
Das Postamt zieht vom Bahnhof in die heutige Vorsalzer Straße.

1885
Quellwasser des Plünnecken-Brunnen wird in Flaschen abgefüllt und als „Imperial Harzer Sauerbrunnen“ verkauft.

1886
Das erste Badehaus ist errichtet /Abriss 1911).

1889
Die St.Marien Kirche am Altstadtweg wird eingeweiht.

1896
Die Gewerkschaft Schlüssel tauft auf dem Greif bei Salzgitter einen Schacht auf Kali, der mit 1075-Meter-Sohle zu seiner Zeit der tiefste Salzschacht der Welt ist.

1897
Gründung der Kreissparkasse - die ersten Kassenräume befinden sich in einer Wohnung in der Marktstraße Ecke Marktplatz. Die Maul- und Klauenseuche sowie die Rotlaufseuche bricht aus. „Gasthof und Restauration zur Wilhelmshöhe“ wird auf dem heutigen Windmühlenberg eröffnet. Das Bankhaus Sievers auf dem heutigen Klesmerplatz wird eröffnet. Die ev. Schule an der heutigen Burgundenstraße wird eingeweiht. Es wird verboten, Schmutzwasser und Unrat in die Kanäle und in den Dammbach innerhalb des Gemeindebezirks Vorsalz einzuleiten.

1898
Der hölzerne Aussichtsturm auf dem Bärenkopf wird eröffnet. Die ersten Kurgäste kommen ins Solbad Salzgitter am Harz.

1899
Das Solbad Salzgitter gibt die erste Kurliste heraus.

1900
Der Bismarckturm ist erbaut. Bankier Sievers schenkt Salzgitter sein elterliches Haus am Bankplatz (Klesmerplatz) zwecks Abriss und Wiederaufbau in Gitter. Die Bürgersteige an der Kaiserstraße werden mit Kugelakazien bepflanzt. In Vorsalz wird eine Lustbarkeitssteuer eingeführt.

1901
Der Harzverein schließt eine Haftpflichtversicherung für den Bismarckturm ab und setzt für den Turm einen Eintrittspreis von 10 Pfennig pro Person fest.

1902
Das Bankhaus Sievers spendet 50m² Boden für den Hasenspring-Pavillon (heute Waldgaststätte). Der „Bürgerverein Salzgitter am Harz“ wird gegründet.

1905
Die Konservenfabrik am Bohlweg wird von Ernst Herrmann gegründet.

1907
Die Kali-Schachtanlage auf dem Greif wird von Magdeburgern Pionieren gesprengt.

1908
Das villenartige Gebäude „Harßhof“ an der Braunschweiger Straße wird erbaut.

1911
In Salzgitter-Bad wird das neue Badehaus gebaut. Die alte Salzreihe sowie das alte Brauhaus werden zwecks Erweiterung des Kurgartens abgerissen.

1912
Der neue Kurgarten wird eröffnet.

1913
Ein großer Brand vernichtet die Saline. Fast alle Gebäude bis auf die Pfannenschmiede und das Tillyhaus brennen bis auf die Grundmauern nieder.

1915
Auf dem Greif, im Bereich des ehemaligen Kalibergwerkes „Fürst Bismarck“ wird ein Park angelegt. Die Saline nimmt wieder ihren Betrieb auf.

1920
Herzog Ernst August von Braunschweig verkauft die Saline an die Saline Liebenhalle GmbH Hannover. Die Sparkasse bezieht Räumlichkeiten in der Marktstraße 117 (später Café Klußmann). Der Sportverein Union wird gegründet.

1922
Der weit über Deutschland bekannte Bohrunternehmer Anton Raky verlegt den Sitz seiner Firma von Erkelenz nach Salzgitter. Er baut am Windmühlenberg Hallen und Gebäude. Heute SMAG, Salzgitter Maschinenbau GmbH. Die mechanische Leinenweberei erlaubt das Baden im Salgenteich. Das 1911 erbaute Badehaus wird vollständig instand gesetzt und mit den modernsten Einrichtungen versehen.

1923
Die letzte Postkutsche mit Pferden wird in Kniestedt nach Gebhardshagen abgefertigt. Der ev. Friedhof an der Braunschweiger Straße wird eingeweiht. Die Sparkasse baut an der Schulstraße Ecke Kaiserstraße.

1924
Die Gittertor-Straße verliert den Status einer Staatsstraße, weil die nun genannte „Reichsstraße 248“ wegen der engen Ortsdurchfahrt in der Marktstraße von Alt-Salzgitter und des zunehmenden Verkehrs auf die ursprüngliche Direktstrecke von Kniestedt nach Gitter zurückverlegt wurde.

1925
Die Saline Liebenhall wird stillgelegt Das Geburtshaus von Reinhard (Onkel) Stoot am Vöppstedter Tor wird zum Rathaus von Salzgitter. Der Bohlweg wird kanalisiert und gepflastert.

1926
Die Wohnungsbaugesellschaft wird gegründet. Die Saline Liebenhalle GmbH geht in Konkurs. Salzgitter sicherte sich bei dem folgendem Konkursverfahren im November wichtige Teile und Anrechte an der Saline. Das Mühlenhaus am Windmühlenberg brennt ab. Die Fundamente des ehemaligen Stadttores werden am Vöppstedter Tor freigelegt. Die Maul- und Klauenseuche bricht aus. Die Landstraße zwischen Kniestedt und Voßpaß wird gepflastert. Der Ratskeller mietet eine Fernsprechleitung nach Goslar. Im Garten des Gastwirtes Robert Heicke an der heutigen Bergstraße wird eine Kegelbahn errichtet. Die politischen Gremien beschließen den Bohlweg, die Kirchstraße, den Kirchplatz und die Kaiserstraße zu kanalisieren. Es wird beim Regierungspräsidenten von Hildesheim beantragt, zum Stadtnamen den Zusatz Solbad führen zu dürfen. Vorsalz wird eingemeindet.

1928
Der Turm der St. Marien Kirche erhält ein von Anton Racky gespendetes Kuperdach. Liebenhalle wird eingemeindet.

1929
Das Postamt in der Schulstraße (Altstadtweg) wird gebaut. Salzgitter erhält wieder die Stadtrechte.