Funkausstellung

Funkausstellung

Funkausstellung in Salzgitter-Bad 1951

Die wohl erste Funkausstellung in Salzgitter fand 1951 in der „Hansa- Klause“ an der Helenenstraße statt. Die vom „Funkhaus Kaewel“ ausgerichtete, einwöchige Veranstaltung besuchten etwa 18.000 Menschen aus dem gesamten Stadtgebiet. Anstoß zu dieser Ausstellung gaben die in der „Großen deutschen Funkausstellung“ in Düsseldorf gezeigten neuen Entwicklungen der Rundfunk- und Schallplattengeräte. Es wurden nicht nur die neuen Radio- Empfangs und Schallplattengeräte ausgestellt sondern der Veranstalter informierte in verschiedenen Vorträgen auch über die Entwicklung des Rundfunks und der Schallplatte, des Ultrakurzwellenempfanges und des zukünftigen Fernsehens. Wie aus den Vorträgen hervorging, war seinerzeit ein Fernsehempfang nicht möglich, da im Salzgitter-Gebiet gar kein Sender vorhanden war. Der nächste Versuchssender befand sich in Hamburg und lief nur für wenige Stunden am Tage.

Besonders hervorgehoben wurden zwei Neuentwicklungen – der UKW-Funk und die Langspielplatte. Alle Rundfunkgeräte der neuen Serie, vom kleinsten Empfänger bis hin zum größten Superradio mit Schallplattenschrank, waren nun mit UKW ausgerüstet, was auf den Erfahrungen mit Ultrakurzwellen während des Krieges basierte. Mit einer neuerdings im Radiogerät eingebauten Antenne wurde trotz Fehlen eines UKWSenders im Stadtgebiet ein weitgehend störungsfreier Empfang gewährleistet. Auch auf der Mittelwelle wurden die Empfangsergebnisse durch Anwendung neuartiger Schaltungen wesentlich verbessert. Die Woche über begleiteten die Veranstaltung zwei Schallplattenkonzerte, ein Wunschkonzert sowie ein Tanzabend und mehrere technische Vorträge. Der Besuch am Eröffnungssonntag war sehr groß. Das Schallplattenkonzert der leichten Muse war überbelegt. Zwischen den Ausstellungsständen mussten zusätzliche Stühle aufgestellt werden und die beiden Flügeltüren zu den Lokalräumen wurden geöffnet.

Bei dem Vortrag über UKW und Fernsehen waren die Räumlichkeiten ebenfalls überfüllt. Zu den Interessierten gehörten insbesonders Lehrer der hiesigen Ober- und Mittelschule und deren Schüler. Der Veranstalter bot jedem Besucher kostenlos die Gelegenheit, seine Stimme auf Tonband aufnehmen zu lassen. Das Schallplattenkonzert mit der klassischen Musik war nicht besonders besucht, dafür war der Vortragsabend über Antennen und störungsfreien Empfang ein voller Erfolg. Der Ausstellungsraum und das Lokal waren überfüllt. Den Vortrag hielten zwei Herren der Firma Siemens und Halske. Beim angesetzten Tanzabend blieben die Menschenmassen aus. Die Jugend, die bei solchen Veranstaltungen üblicher Weise in großer Zahl erschien, blieb aus. Die Funkausstellung war trotzdem ein voller Erfolg und Salzgitter redete noch lange Zeit später über das Ereignis. In der Politik sprach man sich dafür aus, dass zukünftig ähnliche Ausstellungen in Salzgitter veranstaltet werden sollten. Nebenbei, die GEMA spielte auch damals schon mit. Der Veranstalter hatte eine Gebühr in Höhe von 7,35 DM zu entrichten.

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